Alarmanlagen und Sicherheitssysteme im Überblick

Für ein Wohnhaus kommen vier Systemtypen infrage: die Funkalarmanlage, die kabelgebundene Anlage, Smart-Home-Sicherheitstechnik und Videoüberwachung. Welcher passt, entscheiden Bausubstanz, Eigentumsverhältnis und die Frage, ob Sie selbst montieren wollen.

Komponenten eines Funk-Sicherheitssystems nebeneinander aufgestellt

Woraus eine Alarmanlage besteht

Unabhängig vom Typ setzen sich Anlagen aus denselben fünf Bausteinen zusammen. Wer diese Bausteine kennt, kann Angebote vergleichen, auch wenn die Hersteller jeweils eigene Produktnamen dafür verwenden.

  • Zentrale. Nimmt die Meldungen entgegen, entscheidet über Alarm und steuert alles Weitere. Sie ist das Teil, an das Sie sich langfristig binden, denn die Zentrale bestimmt, welche Melder Sie später ergänzen können.
  • Melder. Öffnungsmelder an Fenstern und Türen, Bewegungsmelder in Räumen, Glasbruchmelder an großen Scheiben, dazu häufig Rauch- und Wassermelder.
  • Signalgeber. Innensirene, oft zusätzlich eine Außensirene mit Blitzleuchte.
  • Bedienung. Bedienteil an der Tür, Fernbedienung, Schlüsselanhänger, App auf dem Telefon.
  • Übertragungsweg. Push-Nachricht, Anruf, SMS oder die Aufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle.

Die vier Systemtypen und wofür sie taugen

TypStärkeTypische Grenze
Funkalarmanlageim Bestand ohne Stemmarbeiten nachrüstbarBatteriewechsel, Reichweite in massiven Gebäuden
Kabelgebundenwartungsarm, leitungsüberwachtInstallation nur mit Aufwand oder im Rohbau
Smart Homevielseitig, wächst mit dem Haushaltkein Ersatz für eine Einbruchmeldeanlage
Videoüberwachungdokumentiert, wirkt am Zugangrechtlich eng geregelt, meldet nicht selbst

Funkalarmanlagen sind der häufigste Weg, ein bewohntes Haus nachträglich abzusichern, weil zwischen Zentrale und Meldern keine Leitung liegt. Kabelgebundene Anlagen spielen ihre Stärken aus, wenn ohnehin gebaut wird, und sind dort die langlebigere Lösung. Smart-Home-Sicherheitstechnik verbindet Sicherheitsfunktionen mit dem Rest des Haushalts, ersetzt aber keine Einbruchmeldeanlage im technischen Sinn. Videoüberwachung ist eine Ergänzung: Sie dokumentiert und schreckt am Zugang ab, löst aber für sich genommen keinen Alarm aus.

Was den Ausschlag gibt

Fünf Fragen entscheiden in der Praxis, welcher Typ überhaupt zur Auswahl steht:

  1. Wird gebaut oder wird bewohnt? Im Rohbau oder bei einer Kernsanierung ist Kabel realistisch. In einem fertig bewohnten Haus ist es das meistens nicht.
  2. Eigentum oder Miete? Alles, was in die Bausubstanz eingreift, braucht als Mieter die Zustimmung des Vermieters und ist am Ende rückbaupflichtig.
  3. Wie groß ist das Objekt? Aus der Zahl der zu sichernden Fenster und Türen ergibt sich die Zahl der Melder, und damit ein großer Teil des Preises.
  4. Selbst montieren oder montieren lassen? Das verschiebt nicht nur die Kosten, sondern auch die Verantwortung für Planung und Funktionsprüfung.
  5. Gibt es Auflagen? Manche Versicherungspolicen setzen für höhere Deckungssummen eine anerkannte Anlage voraus. Das steht in Ihrer Police und nicht im Prospekt des Herstellers.

Was eine Alarmanlage leistet und was nicht

Eine Alarmanlage hält niemanden auf. Sie erkennt, dass etwas passiert, macht es hörbar und meldet es weiter. Aufhalten ist die Aufgabe der Mechanik: geprüfte Fenster und Türen, Zusatzschlösser, Beschläge. Deshalb ist die Reihenfolge Mechanik, dann Elektronik, dann Verhalten und nicht umgekehrt. Wie das praktisch aussieht, steht in den Grundlagen zum Einbruchschutz.

Der zweite Punkt betrifft die Reaktion. Eine Sirene bringt nur etwas, wenn jemand sie hört und handelt. Eine App-Meldung nützt nur, wenn Sie erreichbar sind und wissen, wen Sie anrufen. Wer das nicht sicherstellen kann, sollte sich die Aufschaltung auf eine Leitstelle ansehen und die laufenden Kosten dafür von Anfang an einplanen.