Einbruchschutz: Grundlagen und die richtige Reihenfolge

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Einbruchschutz funktioniert in einer festen Reihenfolge: erst Mechanik, die aufhält, dann Elektronik, die meldet, dann Verhalten, das beides wirksam macht. Wer mit der Alarmanlage anfängt, kauft die Meldung, bevor es etwas zu melden gibt.

Fenstergriff an einem Kunststofffenster von innen

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

1. Mechanik. Fenster, Türen, Beschläge, Zusatzschlösser. Mechanik ist das Einzige, was Zeit kostet. Ein Aufhebelversuch, der länger dauert als geplant, wird häufig abgebrochen. Alles andere setzt darauf auf.

2. Elektronik. Alarmanlage, Melder, Sirene, Übertragung. Elektronik hält niemanden auf, sie macht sichtbar und hörbar, dass etwas geschieht, und sie verkürzt die Zeit bis zur Reaktion.

3. Verhalten. Fenster geschlossen statt gekippt, Abwesenheit nicht sichtbar, kein Schlüssel unter der Matte, Nachbarn eingeweiht. Kostet nichts und entscheidet oft mehr als die letzten 500 Euro Technik.

Die häufigste teure Fehlentscheidung ist, Schritt zwei vor Schritt eins zu setzen. Eine Anlage an einem Fenster, das sich in Sekunden aufhebeln lässt, meldet zuverlässig, dass genau das gerade passiert ist.

Wo in der Praxis angesetzt wird

Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoss stehen deshalb im Mittelpunkt jeder Beratung, weil sie sich mit einfachem Werkzeug und geringem Kraftaufwand aufhebeln lassen, sofern der Beschlag das zulässt. Der Vorgang ist leise und dauert bei ungesicherten Standardbeschlägen kurz.

Zweiter typischer Punkt sind Nebeneingänge: Kellertür, Garagentür, Tür vom Anbau. Sie sind oft schwächer ausgeführt als die Haustür und schlechter einsehbar. Dritter Punkt sind gekippte Fenster. Ein gekipptes Fenster gilt als offenes Fenster, auch versicherungsrechtlich kann das relevant sein.

Widerstandsklassen verstehen

Fenster und Türen werden nach DIN EN 1627 in Widerstandsklassen eingeteilt, von RC1N bis RC6. Die Klasse beschreibt, welchem Werkzeug ein Bauteil wie lange standhält, geprüft an einem kompletten Element aus Rahmen, Flügel, Beschlag und Verglasung.

KlasseGeprüft gegenWiderstandszeit
RC1Neinfache körperliche Gewaltkeine definierte Prüfzeit
RC2einfache Werkzeuge wie Schraubendreher, Keil, Zange3 Minuten
RC3zusätzlich Kuhfuß5 Minuten
RC4 und höherSäge, Schlagwerkzeug, Bohrmaschine10 Minuten und mehr

Für Wohngebäude wird üblicherweise RC2 empfohlen. Zwei Punkte dazu, die in Prospekten oft fehlen: Die Klasse gilt für das gesamte Element. Ein RC2-Beschlag in einem gewöhnlichen Rahmen ergibt kein RC2-Fenster. Und sie gilt nur bei fachgerechter Montage, weil die Verankerung im Mauerwerk Teil der Prüfung ist.

Nachrüsten statt austauschen

Neue Fenster sind teuer. Für vorhandene, grundsätzlich intakte Elemente gibt es geprüfte Nachrüstprodukte nach DIN 18104:

  • Teil 1: aufschraubbare Nachrüstprodukte, sichtbar auf dem Rahmen montiert. Vergleichsweise günstig, oft in Eigenleistung machbar, optisch auffällig.
  • Teil 2: im Falz montierte Produkte, die in den Beschlag eingreifen. Nicht sichtbar, wirksam über die gesamte Fensterhöhe, Montage gehört in Fachhand.

Die wichtigsten Einzelmaßnahmen am Fenster:

  • Pilzkopfverriegelungen statt Rollzapfen. Sie greifen hinter das Schließblech und lassen sich nicht einfach herausdrücken. Bei vielen Beschlägen nachrüstbar.
  • Abschließbare Fenstergriffe mit ausreichender Aufbruchsicherheit. Sie verhindern, dass der Griff nach einem Loch in der Scheibe von außen gedreht wird. Sie ersetzen keine Verriegelung, sie ergänzen sie.
  • Zusatzschlösser an Terrassen- und Balkontüren, besonders auf der Bandseite.

An der Haustür sind es drei Punkte: ein Schließzylinder mit Bohr- und Ziehschutz, ein Schutzbeschlag nach DIN 18257 in Klasse ES1 oder ES2, der den Zylinder abdeckt, und eine Bandseitensicherung. Ein Weitwinkelspion und ein Türspaltbegrenzer gehören ebenfalls in diese Kategorie, kosten wenig und wirken.

Licht und Sicht

Blickdichte hohe Hecken und Zäune direkt am Haus schaffen genau die Ungestörtheit, die für einen Aufbruchversuch nötig ist. Freie Sichtachsen von der Straße auf Zugänge sind wirksamer als jede zusätzliche Kamera.

Bewegungsmelder an Zugängen sind sinnvoll, wenn sie eng eingestellt sind. Licht, das die halbe Nacht durch Katzen ausgelöst wird, gewöhnt die Nachbarschaft daran, nicht hinzusehen.

Verhalten

  • Abwesenheit nicht öffentlich machen, auch nicht in sozialen Netzwerken.
  • Rollläden tagsüber nicht unten lassen, das signalisiert Abwesenheit.
  • Licht und Rollläden in unregelmäßigen Zeiten schalten. Genau das können Smart-Home-Systeme besser als Zeitschaltuhren.
  • Keine Schlüsselverstecke im Außenbereich. Sie sind bekannt.
  • Nachbarschaft einbeziehen: Briefkasten leeren, Mülltonne bewegen.
  • Bei längerer Abwesenheit die Klingelmeldung deaktivieren oder auf das Handy legen, statt sie ins Leere laufen zu lassen.

Und dann die Elektronik

Wenn die Mechanik steht, macht eine Alarmanlage den Unterschied zwischen “es wurde versucht” und “es wurde bemerkt”. Sie verkürzt die Zeit bis zur Reaktion und dokumentiert. Welcher Systemtyp dafür infrage kommt, steht in der Systemübersicht, was er kostet in Alarmanlage Kosten, und wie sich das in einem bewohnten Haus umsetzen lässt in Alarmanlage nachrüsten.

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