Alarmanlage nachrüsten: Reihenfolge, Aufwand, Fallstricke

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In einem bewohnten Haus ist Funk fast immer die pragmatische Wahl, weil keine Leitungen verlegt werden müssen. Die eigentliche Arbeit liegt vor der Montage: festlegen, welche Öffnungen überwacht werden und in welcher Reihenfolge ausgebaut wird.

Zweiteiliger Öffnungsmelder an einem Altbaufenster, von innen montiert

Was nachrüsten praktisch heißt

Nachrüsten bedeutet, ein System in ein Haus zu bringen, das bewohnt ist, in dem keine Leerrohre für Meldeleitungen liegen und in dem niemand wochenlang mit offenen Wänden leben will. Daraus folgt fast zwangsläufig eine Funkalarmanlage oder ein Hybridsystem, bei dem nur das verkabelt wird, was ohne Aufwand erreichbar ist.

Die Ausnahme: Wenn ohnehin renoviert wird oder Leerrohre vorhanden sind, lohnt der Vergleich mit einer kabelgebundenen Anlage, weil sie wartungsärmer ist und länger hält.

Schritt 1: Mechanik prüfen, bevor Sie Melder kaufen

Bevor Geld in Melder fließt, gehört ein Rundgang gemacht: Welche Fenster und Türen im Erdgeschoss haben Pilzkopfverriegelungen, welche nicht? Gibt es abschließbare Griffe? Wie ist der Nebeneingang gesichert? Wer feststellt, dass die Terrassentür ungesichert ist, investiert die ersten 300 Euro sinnvoller dort als in zwei zusätzliche Bewegungsmelder. Die Details stehen in den Grundlagen zum Einbruchschutz.

Schritt 2: Festlegen, was überwacht wird

Zeichnen Sie den Grundriss und markieren Sie jede Öffnung, die von außen ohne Leiter erreichbar ist. Dazu gehören auch Fenster über Garagendächern, Kellerschächte und die Tür zum Anbau.

Danach entscheiden Sie je Bereich die Art der Überwachung:

  • Außenhautüberwachung. Öffnungsmelder an jeder erreichbaren Öffnung. Der Alarm kommt, bevor jemand im Haus ist. Teurer, aber der eigentliche Zweck einer Anlage.
  • Fallenüberwachung. Bewegungsmelder in Räumen und Fluren, die jemand zwangsläufig durchqueren muss. Günstiger, meldet aber später.
  • Kombination. In der Praxis üblich: Außenhaut im Erdgeschoss, Fallen im Flur und im Treppenhaus.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt man damit erfahrungsgemäß bei zehn bis 16 Meldern, für eine Wohnung bei vier bis acht. Das ist die Zahl, an der der Preis hängt.

Schritt 3: Zentrale zuerst auswählen

Die Zentrale bestimmt, was Sie in fünf Jahren noch ergänzen können. Prüfen Sie vor dem Kauf:

  • Wie viele Melder und wie viele Bereiche unterstützt sie?
  • Gibt es Öffnungs-, Bewegungs-, Glasbruch-, Rauch- und Wassermelder im selben System?
  • Erkennt sie Funkstörungen und meldet sie ausgefallene Melder?
  • Gibt es eine Notstromversorgung, und wie lange trägt sie?
  • Welche Übertragungswege gibt es, und funktioniert die Anlage bei Internetausfall weiter?
  • Fallen laufende Gebühren an, und wofür genau?

Erst danach kaufen Sie Melder. Umgekehrt landen Sie bei Insellösungen, die sich nicht mehr zusammenführen lassen.

Schritt 4: Ausbau in Stufen planen

Wenn das Budget nicht für alles auf einmal reicht, ist eine Reihenfolge besser als eine dünne Vollausstattung:

  1. Zentrale, Innensirene, Bedienung.
  2. Alle Öffnungen im Erdgeschoss und der Nebeneingang.
  3. Außensirene, sabotageüberwacht und außer Reichweite montiert.
  4. Fallenüberwachung in Flur und Treppenhaus.
  5. Rauch- und Wassermelder, falls das System sie unterstützt.
  6. Kameras an Zugängen, wenn eine Dokumentation gewünscht ist. Was dabei rechtlich gilt, steht unter Videoüberwachung.

Vorhandenes Smart Home einbinden

Wenn im Haus bereits Sensoren, Rollläden oder Beleuchtung vernetzt sind, prüfen Sie zuerst, was davon nutzbar ist. Zwei Wege sind üblich: Die Alarmanlage bleibt eigenständig und meldet nur Zustände an das Smart Home, oder das Smart Home übernimmt die Sicherheitsfunktion vollständig.

Der erste Weg ist der robustere, weil die Meldekette dann nicht von der Cloud eines Anbieters abhängt. Der zweite ist bequemer und günstiger. Was für welchen Anspruch trägt, steht unter Smart Home Sicherheit.

Fehlalarme vermeiden

Fehlalarme sind der Hauptgrund, warum Anlagen nach einem halben Jahr nicht mehr scharf geschaltet werden. Die üblichen Ursachen und was dagegen hilft:

UrsacheGegenmaßnahme
HaustiereMelder mit Tierimmunität, Montagehöhe und Blickwinkel anpassen
SonneneinstrahlungBewegungsmelder nicht gegenüber Fenstern montieren
Heizung, Kamin, KlimagerätAbstand zu Warmluftquellen halten
Zugluft an VorhängenErfassungsbereich abgrenzen
Gekippte FensterMelder mit Kipperkennung oder Zustand vor dem Scharfschalten prüfen
Falsches ScharfschaltenVerzögerungszeiten realistisch einstellen, Ablauf mit allen Bewohnern üben

Planen Sie nach der Inbetriebnahme zwei bis vier Wochen Einlaufzeit ein, in denen Sie Meldungen beobachten und nachjustieren, bevor die Anlage regelmäßig scharf geschaltet wird.

Zeitaufwand und wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist

Für eine Funkanlage mit zwölf Meldern sollten Sie einen kompletten Tag für Montage und Anlernen einplanen, dazu vorher einige Stunden für die Planung. Das ist zu schaffen, wenn Sie sorgfältig arbeiten und die Anleitung vollständig lesen.

Ein Fachbetrieb ist dann die bessere Wahl, wenn Ihre Versicherung eine anerkannte Anlage verlangt, wenn das Objekt groß oder verwinkelt ist, wenn Außensirene und Kameras in Höhen montiert werden müssen, an die Sie nicht sicher kommen, oder wenn Sie eine dokumentierte Abnahme haben wollen. Was das kostet, steht in Alarmanlage Kosten.

Nach der Montage: die Prüfung, die niemand macht

Lösen Sie jeden Melder einmal einzeln aus und notieren Sie, ob die Zentrale ihn richtig zuordnet. Prüfen Sie, ob die Benachrichtigung ankommt, und zwar auf jedem Gerät, das sie bekommen soll. Trennen Sie einmal das Internet und sehen Sie nach, was dann noch funktioniert. Wiederholen Sie das mindestens einmal im Jahr und nach jedem Batteriewechsel.

Ohne diese Prüfung wissen Sie nicht, ob Sie eine Anlage haben oder eine Installation.

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